Ich entschied mich für eine Bewerbung bei Ernst & Young, nachdem ich ein sehr gutes Gespräch mit einem Manager in der Beratungsabteilung von EY hatte, auf einer Bewerbungsveranstaltung im November 2013.
Ich habe alle meine Unterlagen online eingesandt und bekam einen Monat später, im Januar 2014, einen Anruf. Ich wurde zu einem ersten Gespräch in der Woche darauf eingeladen.
Das Bewerbungsgespräch lief super. Meine Gesprächspartner waren eine Frau aus der Personalabteilung und der Manager, mit dem ich vorher auf der Veranstaltung gesprochen hatte.
Ich wurde sehr freundlich begrüßt. Ich brauchte nach meiner Ankunft nicht zu warten.
Nach einer kurzen Phase Smalltalk fing die Dame aus der Personalabteilung mit ein paar Fragen über meinen Lebenslauf und speziell über meine Wahl von Schulen, Hochschulen und Firmen bei Praktika an. Die Fragen waren nicht sehr spezifisch, sondern eher so, dass sie mich dabei leiten sollten, die Verbindungen zwischen den Positionen während meines Studiums zu erklären.
Sie interessierte sich vor allem für meine Aktivitäten während der Praktika und fragte nach speziellen Aufgaben und Dingen, die ich während dieser Zeit gelernt hatte.
Ich hatte mich für diesen Teil des Gesprächs sehr gut vorbereitet und konnte alles ausführlich und zusammenhängend erklären, weil ich es geübt hatte. Ich merkte sofort, dass beiden meine detaillierten Erklärungen gefielen. Es ist gut, wenn man so viele relevante Details wie möglich erklären kann; was sie nicht mögen, ist wenn sie einem alles mit spezifischen Fragen aus der Nase ziehen müssen.
Bei der Vorbereitung sollte man an die Aufgaben denken, die man in jeder Stellung gehabt hat. Man sollte auch an die Tätigkeiten denken, die man ausgeführt hat, und – GANZ WICHTIG – was man gelernt hat und welche Fähigkeiten man ausgebildet hat! Das ist das Wichtigste, was sie hören wollen. Man sollte in der Lage sein zu erklären, dass man bei diesen Erfahrungen relevante Dinge gelernt oder relevante Fähigkeiten entwickelt hat.
Dann hat sich der Manager drangemacht und mir ein paar technische Fragen über die relevanten Bereiche meines Studiums gestellt. Nachdem ich mich da einigermaßen ordentlich durchgeantwortet habe, haben wir angefangen, an einem Fall zu arbeiten.
In dem Fall ging es um eine Bank und ihre Probleme mit Unterschieden in der Qualität interner Geschäftsprozesse. Meine Aufgabe war, das Problem zu analysieren und eine Empfehlung für die graduelle Verbesserung der Situation zu formulieren. Der Fall war im Wesentlichen um IT-Governance und vor allem das COBIT-Framework herum aufgebaut und um das CMMI-Reifemodell.
Nachdem ich eine Hypothese und danach einige Empfehlungen formuliert hatte, haben wir den Fall geschlossen, und er war mit meiner Leistung zufrieden. Der Fall war nicht so schwierig wie einer, den man in einer zweiten Bewerberrunde bei BCG bekommen würde, aber es war schon nicht einfach. Man sollte Fallbesprechungen üben, um ruhig und konzentriert zu sein. Lieber auf Nummer Sicher gehen! ;]
Am Ende haben sie mir die Gelegenheit gegeben, selbst Fragen zu stellen. Wir haben auch über meine Wünsche zum Arbeitsbeginn und meine Gehaltserwartungen gesprochen.
Nachdem wir mit meinen Fragen durch waren, hat die Dame aus der Personalabteilung das Gespräch beendet und mir das weitere Prozedere erklärt: Sie würden mich eine Woche später anrufen und mich entweder zu einem zweiten Gespräch einladen, mir direkt ein Angebot machen oder mir die Ablehnung mitteilen.
Genau eine Woche später bekam ich den Anruf. Mir wurde gesagt, dass sie gerne ein weiteres Gespräch machen würden, diesmal per Telefon. Nachdem wir einen Termin für das Gespräch ausgemacht hatten, musste ich ein paar Tage warten.
Ich wurde dann von dem Partner angerufen, der mich gegebenenfalls am Ende einstellen sollte. Das Gespräch bestand aus einer weiteren Runde Zusammenfassung meines Lebenslaufs und ein paar persönlichen Fragen. Ich musste auch etwas über meine Motivation sagen, schnell etwas über neue Spezialbereiche dazuzulernen. Wir haben auch über meine Erwartungen bezüglich meiner Position gesprochen. Am Ende hat er mir auch die Gelegenheit gegeben, selbst zu fragen, um Unklarheiten auszuräumen.
Er hat das Gespräch dann damit beendet, dass er mir gesagt hat, sie würden sich über das weitere Vorgehen beraten und mich in ein paar Tagen zurückrufen.
Ich bekam den Anruf in der folgenden Woche. Sie sagten, sie würden mich gerne einstellen, aber dass ich ihrer Meinung nach besser in ein anderes Team passen würde als das, wofür ich mich beworben hatte, hauptsächlich wegen meiner Fachkenntnisse und Studienfelder. Nachdem ich dem zugestimmt hatte, haben sie mich an einen weiteren Partner verwiesen, der mich am nächsten Tag für ein drittes Gespräch anrufen würde.
Ich bekam den Anruf wie abgemacht. Das dritte Gespräch lief im Wesentlichen gleich ab wie das zweite Telefongespräch. Eine Menge Fragen zum Lebenslauf und wie man persönlich passt. Fragen über meine Erwartungen und meine Ansichten und so weiter.
Dann hatte ich wieder die Gelegenheit für ein paar eigene Fragen.
Er hat dann zum Schluss gesagt, sie würden die endgültige Entscheidung noch am selben Tag oder schlimmstenfalls am folgenden Montag fällen (das Gespräch war an einem Freitag).
Ich bekam dann einen Anruf während der nächsten Woche, in dem eine Dame aus der Personalabteilung mir sagte, der zweite Partner sei sehr zufrieden gewesen mit dem, was er von mir und über mich gehört hätte. Sie sagte, sie hätten sich entschieden, mir ein Angebot zu machen.
Ich habe ihr für die angenehme Prozedur gedankt und war sehr zufrieden mit dem Ergebnis.